Stets auf dem Laufenden – mit dem kostenlosen Newsletter!
Die Reform der Gesundheitsversicherung in Ungarn Aktueller Stand und Ausblick auf die weitere Entwicklung
Jede Gesellschaft hat auf der Grundlage ihrer eigenen geschichtlichen und wirtschaftlichen Vergangenheit ein spezifisches Sozialversicherungssystem aufgebaut. Ungarn, das zu den osteuropäischen Staaten gehört, hat das Gesundheitssystem nach dem Kalten Krieg nach bismarckscher Prägung aufgebaut. Es gilt also weder das Versicherungs- noch das Wettbewerbsprinzip. Die Privatisierung der Einrichtungen ist zwar rechtlich möglich, aber wegen der hohen Verschuldung der Krankenhäuser ist es fast unmöglich, private Investoren zu finden. Eine eventuelle Finanzkrise würde auch zu personellen Engpässen in der Gesundheitsvorsorge führen, viele Stellen blieben wegen des niedrigen Lohnniveaus unbesetzt. Ein weiteres Ergebnis der schlechten Bezahlung ist der große Anteil an Schwarzgeld im Rahmen der Fürsorge. Der neue Trend ist die Einführung des aktiven Sozialstaatsmodells, bei dem die Versicherten Kunden sind und damit Subjekt der Fürsorge. Dazu muss man nicht nur die Bürokratie abbauen, sondern auch das Kundenbewusstsein der Versicherten stärken. Im weiteren Verlauf der Reform sind die Gesundheitskosten im vernünftigen Rahmen zu halten und die Maßnahmen zur Qualitätssicherung zu erweitern. Die Ausgangslage, das heißt die solidarische und obligatorische Gesundheitsversicherung, würde sich nicht ändern, aber mit der Stärkung des Versicherungsprinzips, mit der Gründung mehrerer Krankenkassen und der Einführung des Wettbewerbs zwischen den einzelnen Krankenkassen und zwischen den verschiedenen Leistungserbringern1 könnte dem Gesundheitswesen ein neuer Schub geben werden. Das Parlament hat im Dezember 2007 das Gesetz bestätigt aber der ungarische Staatspräsident hat seine Unterschrift verweigert und das Gesetz an das Parlament zurückverwiesen. Falls der Entwurf angenommen wird, werden die neugegründeten Krankenkassen sogar schon im Jahr 2009 mit ihren Aufgaben beginnen können.
Seiten 282 - 289
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.ZESARdigital.de/ZESAR.07.2008.282
Dieses Dokument kaufen
- schnell informieren: downloaden und lesen
- auf Wissen vertrauen: geprüfte Fachinformation als PDF
- bequem zahlen: Zahlung gegen Rechnung, durch Bankeinzug oder per Kreditkarte
Nutzen Sie unser Archiv und recherchieren Sie in den Inhaltsverzeichnissen, Kurz- und Volltexten seit Ausgabe 01/2006
Jahrgang 2012 ▼
Jahrgang 2011 ▼
- Ausgabe 11+12/2011
- Ausgabe 10/2011
- Ausgabe 09/2011
- Ausgabe 08/2011
- Ausgabe 07/2011
- Ausgabe 05+06/2011
- Ausgabe 04/2011
- Ausgabe 03/2011
- Ausgabe 02/2011
- Ausgabe 01/2011
Jahrgang 2010 ▼
- Ausgabe 11+12/2010
- Ausgabe 10/2010
- Ausgabe 09/2010
- Ausgabe 08/2010
- Ausgabe 07/2010
- Ausgabe 05+06/2010
- Ausgabe 04/2010
- Ausgabe 03/2010
- Ausgabe 02/2010
- Ausgabe 01/2010
Jahrgang 2009 ▼
- Ausgabe 11+12/2009
- Ausgabe 10/2009
- Ausgabe 09/2009
- Ausgabe 08/2009
- Ausgabe 07/2009
- Ausgabe 05+06/2009
- Ausgabe 04/2009
- Ausgabe 03/2009
- Ausgabe 02/2009
- Ausgabe 01/2009
Jahrgang 2008 ▼
- Ausgabe 11+12/2008
- Ausgabe 10/2008
- Ausgabe 09/2008
- Ausgabe 08/2008
- Ausgabe 07/2008
- Ausgabe 05+06/2008
- Ausgabe 04/2008
- Ausgabe 03/2008
- Ausgabe 02/2008
- Ausgabe 01/2008
Jahrgang 2007 ▼
- Ausgabe 11+12/2007
- Ausgabe 10/2007
- Ausgabe 09/2007
- Ausgabe 08/2007
- Ausgabe 07/2007
- Ausgabe 05+06/2007
- Ausgabe 04/2007
- Ausgabe 03/2007
- Ausgabe 02/2007
- Ausgabe 01/2007






